Einsatztaucher:in
Damit niemand baden geht
Locker zwei Jahre dauert es, um eine Lizenz als Einsatztaucher:in zu erwerben. Abgesehen davon, dass zunächst gleich mal ein Rettungsschwimmschein vorgezeigt werden muss. Je nach Vorbildung sind aber Ausnahmen möglich. Wer bereits Sporttaucher ist, kann sich bestimmte Qualifikationen anrechnen lassen und kommt entsprechend schneller ans Ziel. Erst recht gilt das für die Forschungstaucher, die ihr Handwerk an der Universität Kiel gelernt haben und deren Ausbildung sich nur in Details von den Standards des ASB unterscheidet.
Insgesamt umfasst die Taucheinsatzstaffel des ASB Kiel derzeit etwa 15 Aktive, von denen viele auch für technische Aufgaben an Land oder für die Sicherung der Kameraden unter Wasser zuständig sind – meist im Auftrag der Rettungsleitstelle, die die Staffel alarmiert, wenn Menschen im und am Wasser in Not geraten sind. Und das auch weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Zur Kieler Woche wird immer mal wieder ein angetrunkener Zecher weitgehend wohlbehalten aus der Förde gefischt. Nach Boots- oder Badeunfällen ist das Einsatztauchen hingegen oft eine sehr traurige Pflicht. Dank einer sehr gut funktionierenden Krisenintervention in Kiel wird niemand alleingelassen, der als Helfer:in in eine solche Situation gerät.
Häufig ist auf der anderen Seite aber auch mal ein Schmunzeln dabei. Etwa wenn beim Mülltauchen im Kieler Museumshafen ein Tresor geborgen wird. Oder wenn es gilt, einem Heringsangler beizustehen, der die Handbremse seines am Nord-Ostsee-Kanal geparkten Autos nicht angezogen hat. Auch wenn solch nassgewordene Karossen gewöhnlich nicht mehr zu gebrauchen sind, sie zu bergen ist allemal ein Dienst an der Umwelt.
Weniger häufig, aber mit Blick auf die Veränderung klimatischer Bedingungen und geopolitischen Lage, ist auch der Katastrophenschutz wieder deutlich in den Vordergrund gerückt. Hier ist die Taucheinsatzstaffel seit 2024 ein fester Bestandteil des Moduls Wasserrettung. Die Aufgaben umfassen hier auch Absicherung von Einsatzkräften, Unterwasserarbeiten und Personen-Rettung und -Bergung.
Training ist unterdessen das A und O, um die diversen Pflichten erfüllen zu können. Dazu treffen sich die Einsatztaucher regelmäßig vor dem neuen Hörnbad. Im Sommer wie im Winter wird außerdem regelmäßig im Freien getaucht.
Kontakt zu den Einsatztauchern per Mail unter @email.